Rommee

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Eines der beliebtesten Kartenspiele, welches für die ganze Familie geeignet ist, heißt in Deutschland Rommee, in Österreich Rummy. Schulkinder können bei diesem unterhaltsamen Spiel genauso Spaß haben wie Jugendliche und Erwachsene. Nicht selten treffen sich Vereinsbrüder, Arbeitskollegen und Freunde nur aus diesem Grund, um einen schönen Abend bei mehreren Rommee-Spielchen zu verbringen. Bei diesem Kartenspiel ist zwar eine gehörige Portion Konzentration und Entscheidungsfreude nötig, es bleibt aber trotzdem noch genügend Freiraum, um das Rommee-Spiel mit lustigen Bemerkungen zu untermalen und zwischendurch die vom Gastgeber angebotenen Getränke und knusprigen Chips zu genießen.

Für das Rommee-Spiel benötigen wir spezielle Rommeekarten. Diese bestehen aus 2 × 52 Spielkarten. Die Zahlenkarten beginnen hier schon bei der 2 und gehen bis zur 10. Desweiteren dürfen natürlich die Buben, Damen, Könige und Asse nicht fehlen. Von jedem Typ gibt es 2 × 4 = 8 Stück. Zusätzlich sind im Rommeekarten-Set noch 6 begehrte Joker enthalten, deren Funktion wir später ebenfalls beschreiben.

Dauer eines Spiels: 30 bis 60 min

Spielbeschreibung:
Diesmal möchten wir gleich mit dem Spielende beginnen, um Euch zu zeigen, worauf dieses schöne Kartenspiel hinausläuft. Gewonnen hat nämlich derjenige, der als Erster keine Karten mehr besitzt. Bei allen anderen Spielteilnehmern werden zum Schluss die Werte aller noch auf der Hand befindlichen Karten addiert und dem Punktekonto auf der Namensliste als Minus gutgeschrieben. Um Streit zu vermeiden könnte man auch hier zu Beginn des Rommeeabends oder -nachmittags festlegen, wie viele Spielrunden man durchführen möchte oder man bestimmt eine feste Uhrzeit als Ende – am besten so, dass man anschließend noch ein bisschen beisammensitzen und sich über das Glück oder Pech einzelner Spieler amüsieren kann. Üblich ist auch das Festlegen einer Minuspunkte-Grenze wie beispielsweise 1.000 Punkte.

Mit der Zeit haben sich unterschiedliche Varianten des Rommeespieles mit mehr oder weniger scharfen Regeln eingebürgert. Wir entscheiden uns hier für die wohl verbreitetste Spielart.

Wie auch immer, ganz am Schluss hat natürlich derjenige gewonnen, der die wenigsten Minuspunkte auf seinem Konto stehen hat.

Zu den Werten der einzelnen Spielkarten:

– Die Zahlenkarten entsprechen der darauf stehenden Augenzahl, eine Herz 3 ist also drei Punkte wert
– Bube, Dame, und König haben den Wert 10
– Das Ass ist 11 Punkte wert
– Wer am Spielende sogar noch einen Joker auf der Hand hat, muss dafür 20 Minuspunkte in Kauf nehmen

Das Ziel eines jeden Teilnehmers ist es, so schnell wie möglich mindestens drei zusammenpassende Karten auszulegen, um zum Ende des Spieles so wenig Karten wie möglich auf der Hand zu haben (Minuspunkte). Hauptziel ist dabei selbstverständlich, als Erster keine Karten mehr zu besitzen und amüsiert zuzuschauen, wie die anderen Spieler möglichst hohe Minuspunkte auf ihr Konto geschrieben bekommen.

Vorbereitung des Spiels:

Jeder Spielteilnehmer darf zunächst eine Karte vom Stapel ziehen. Wer den höchsten Kartenwert hat, ist beim ersten Spiel der Kartengeber (Hierarchie: Zahlenkarten aufsteigend 2-10, Bube, Dame, König, Ass, Joker). Bei allen darauffolgenden Spielrunden wechselt die Geber-Funktion im Uhrzeigersinn.

Nach dem Mischen der Rommeekarten bekommt jeder Spieler 12 Stück, die er verdeckt als Kartenfächer in der Hand hält, nur der Nachfolger des Kartenausteilers erhält 13 Karten. Der Stapel mit den Restkarten kommt ebenfalls verdeckt in die Mitte.

Los geht‘s:

Der Spieler mit den 13 Karten darf jetzt eine ihm nicht gefallende Karte in die Mitte legen, und zwar aufgedeckt – für alle gut sichtbar. Im Uhrzeigersinn muss nun jeder Spieler eine Karte vom Stapel ziehen und eine auf die bereits liegende aufgedeckte Karte weglegen. Es findet also ein Kartentausch statt, um dabei möglichst viele zusammenpassende Karten für das spätere Auslegen zu ergattern. Dieses Herauslegen ist jedoch erst erlaubt, wenn alle Spieler einmal dran waren – also nach einer Umrundung.

Welche Karten passen nun zusammen und dürfen somit ausgelegt werden?

1. Gruppe

Mindestens drei Karten in der aufsteigenden Hierarchie einer Farbe (Beispiele: Herz 4 + Herz 5 + Herz 6, oder Kreuz Bube + Kreuz Dame + Kreuz König oder Karo 10, Karo Bube, Karo Dame, Karo König). Es dürfen also auch mehr als 3 Karten auf einmal ausgelegt werden, wenn diese zusammenpassen (Siehe Bild 1-3).

2. Gruppe

Mindestens drei Karten vom selben Typ – jedoch maximal 4 Stück (Beispiele: 3 Könige, 4 Asse, 3 Achten). Dabei müssen die Farben der Karten unterschiedlich sein. Vielleicht habt Ihr bemerkt, dass bei den Rommee-Spielkarten jede Karte doppelt vorkommt (es gibt z. B. zweimal eine Pik 5). Solche doppelten Karten sind innerhalb dieser Gruppe nicht erlaubt (Siehe Bild 4-6).

Wer das Rommeespiel jetzt erst erlernt, könnte schon mal eine Proberunde mit diesen Regeln spielen, ohne die noch zu erklärenden Sonderregeln zu nutzen. Zwei Dinge sollten jedoch bei diesem ersten Spiel schon berücksichtigt werden:

Jeder Spieler muss beim ersten Mal mindestens 30 Augen auslegen. (Beispiel: Bube, Dame und König von der Farbe Herz, Gegenbeispiel: bei einer Karo 8, Karo 9 und einer Karo 10 ist die Summe des Wertes kleiner als 30, nämlich 27 – somit nicht erlaubt, Siehe Bild 7 und Bild 8)

Die Funktion der Joker besteht darin, seine Kartengruppen zu ergänzen, wenn einzelne Karten fehlen. Ein Joker kann also an die Stelle jeder anderen Karte gelegt werden und deren Funktion übernehmen – vorausgesetzt, man hat das Glück, einen Joker beim Austeilen oder beim Ziehen erhalten zu haben. (Beispiel: man besitzt zwei unterschiedliche Damen, dann nimmt man den Joker als dritte Dame hinzu und kann beim ersten Auslegen somit 30 Punkte vorweisen. Siehe Bild 9)

Nach dem Ziel eines jeden Spielers, seine Karten so schnell wie möglich entsprechend der beschriebenen Regeln offen auszulegen versteht es sich von selbst, dass derjenige Spieler zum Gewinner gekürt wird ist, der das große Glück hat, alle seine Karten auf einmal auszulegen. Diesen Glücksfall bezeichnet man als „Hand-Rommee“ oder man sagt auch kurz „Ich mache Hand“. Damit hat man einen Riesenvorteil auf seinem Punktekonto, weil nicht nur alle anderen Spieler zu diesem meist recht frühen Zeitpunkt noch ziemlich viele Karten in den Händen halten und nun zählen müssen, sondern die Summe der Werte dieser Karten wird nun noch als Strafe auch noch verdoppelt. Damit hat man als Macher eines „Hand-Rommees“ einen unwahrscheinlichen Vorteil in der Wertung.

Probiert das bis hierher Beschriebene einfach mal bei einer Testrunde aus!

Weitere Regeln
Nun folgen der Vollständigkeit halber stichpunktartig weitere Spielregeln, die nur erlaubt sind, wenn man bereits einmal eine Gruppe von Karten ausgelegt hat (beim 1. Mal mit dem Wert von 30):

Anlegen:

Alle ausgelegten Karten sollten nun übersichtlich für jeden sichtbar in Gruppen auf dem Tisch liegen, sodass man jederzeit überblicken kann, ob man in seinem Kartenfächer auf der Hand eine Karte besitzt, die zu einer Gruppe passt.

Beispiel: auf dem Tisch liegt eine Herz-Gruppe mit einer 2, 3, 4 und 5. Jetzt darf derjenige, der die Herz 6 besitzt, diese an die Herz 5 anlegen. Erlaubt ist es auch, das Herz Ass an die Herz 2 anzulegen, damit beginnt die Kartenhierarchie sozusagen wieder von vorn. Man kann also immer auf beiden Seiten solcher „Straßen“ anlegen (Siehe Bild 10).

Weiteres Beispiel: auf dem Tisch liegen drei Könige, ein Karo König, ein Herz König, und ein Kreuz König, nur wer den Pik König hat, darf diesen dort anlegen. Ein weiterer Karo König ist beispielsweise nicht erlaubt, weil diese Karte dann in dieser Gruppe doppelt vorkommen würde. Liegen 4 Karten vom selben Typ auf dem Tisch, kann man diese aus Gründen der Übersichtlichkeit auch einfach beiseitelegen, weil es hier ja nicht mehr möglich ist, eine Karte anzulegen (Siehe Bild 11).

Joker eintauschen

Der Joker hat ja bekanntlich den Riesenvorteil, eine andere Karte zu ersetzen, wenn man diese nicht besitzt. Stellt jetzt jedoch ein anderer Spieler fest, dass er diese Karte besitzt, für die der Joker innerhalb einer bereits ausgelegten Gruppe steht, darf er seine Karte an dieser Stelle hinlegen und den Joker aufnehmen. Es findet ein Austausch statt (Siehe Bild 12).

Beispiel: in der Mitte liegt eine Gruppe mit Herz Bube, Karo Bube und einem Joker. Dann steht dieser Joker entweder für den Pik Buben oder für den Kreuz Buben. Wer also eine dieser beiden Karten besitzt (und bereits mindestens eine Gruppe ausgelegt hat), darf seine Karte durch den Joker eintauschen. Joker sind natürlich sehr begehrt, es sei denn, dass Spiel neigt sich seinem Ende entgegen. Dann sollte man es sich lieber zweimal überlegen, einen Joker einzutauschen, weil dieser volle 20 Minuspunkte einbringen würde.

Das Klopfen

Wie jedes Kartenspiel so verläuft auch das Rommeespiel im Uhrzeigersinn, jeder weiß genau, wann er dran ist. Nun beobachtet jedes Kind oder jeder Erwachsene das Spiel möglichst aufmerksam und sieht zufällig, dass ein anderer Spieler genau die Karte weglegt, die man zur Komplettierung einer eigenen Kartengruppe noch benötigen würde. Dann ist es ausnahmsweise erlaubt, mit den Fingerknöcheln auf den Tisch zu klopfen und die Karte aufzunehmen, auch wenn man nicht dran ist. Als kleine Strafe dafür muss man jedoch noch eine zweite Karte vom verdeckten Stapel ziehen.

Diese Strafe entfällt, wenn man sowieso dran wäre. In diesem Fall kann man anstelle des planmäßigen Ziehens einer Karte vom verdeckten Stapel, auch diese offen liegende Karte an deren Stelle aufnehmen (natürlich nur diejenige, die ganz oben liegt)

Beim Klopfen ist Schnelligkeit angesagt. Man weiß ja nie, ob auch jemand anderer diese Karte benötigt und noch schneller klopft. Spätesten jetzt werdet Ihr einsehen, dass das Rommelspiel ein recht amüsantes und stimmungsvolles Kartenspiel ist.

Klopfen darf nur derjenige, der bereits 30 Punkte ausgelegt hat.

Damit stehen die gebräuchlichsten Regeln fest. Wenn der erste Spieler keine Karten mehr hat, ist die Runde beendet und alle anderen Spieler müssen ihre noch auf der Hand verbliebenen Karten zählen.

Die Summe dieser Augen wird dann auf der Liste eingetragen und mit den bisherigen Punkten addiert.

Und auf geht‘s zur nächsten Spielrunde!

Zubehör:
1 Rommee-Kartenspiel

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